Finanzierung Gesundheitsgefährdung Tagespflege Tagespflegemütter Corona-Virus

  • BVB / FREIE WÄHLER kritisiert die Entscheidung der Barnimer Kreisverwaltung, die Tagespflegeeinrichtungen trotz entsprechender Empfehlung der Landesregierung aufgrund der Corona-Krise nicht zu schließen.

    Wie bekannt, fordert BVB / FREIE WÄHLER seit gut einer Woche, dass Tagespflegemütter und -väter mit Erzieherinnen und Erziehern in Kindertagesstätten gleichgestellt, also unter Aufrechterhaltung einer Notbetreuung und Fortzahlung des Verdienstes ebenfalls von der Arbeitspflicht freigestellt werden.

    Vor wenigen Tagen hat sich die Landesregierung dieser Forderung angeschlossen und eine eilige Empfehlung an alle Landkreise herausgegeben. Hiernach sollen auch die Tagespflegeeinrichtungen geschlossen werden. Doch der Landkreis Barnim verweigert die Umsetzung der Schließung mit der Begründung, dass die Landesregierung nur eine Empfehlung und keine Weisung ausgesprochen habe. Außerdem seien „aus Sicht des Infektionsschutzes [...] kleine Betreuungseinheiten derzeit noch akzeptabel.“

    BVB / FREIE WÄHLER kritisiert dieses unverantwortliche Vorgehen. Da bei der Tagespflege keine Träger im Hintergrund stehen, die die knappen Desinfektionsmittel bereitstellen, kann auch eine tägliche Desinfektion der Räumlichkeiten nicht stattfinden. Viele Tagespflegepersonen haben selbst Kinder, die von ihnen derzeit betreut werden müssen. Der Altersdurchschnitt der Betreuungspersonen ist häufig oberhalb von 50 Jahren, sodass eine besondere Risikogruppe besteht. Gerade diese darf nicht mit dem neuen Coronavirus in Kontakt kommen.

    Befremdlich erscheint das Vorgehen der Kreisverwaltung auch angesichts dessen, dass der Betrieb des Recyclinghofes hingegen mit sofortiger Wirkung beendet wurde. Obwohl dort deutlich mehr Abstand zum Publikumsverkehr samt Hygienemaßnahmen bestehen, wird dieser geschlossen, während die dem täglichen unmittelbarem Kontakt ausgesetzten Tagespflegepersonen weiter tätig sein sollen.

    Hinzukommt, dass andere Landkreise wie zum Beispiel Havelland, Dahme-Spree und Oberhavel die Empfehlung der Landesregierung umsetzen. So hat sich etwa der Landkreis Havelland bereits Gedanken über die finanzielle Absicherung der Tagespflege gemacht und finanziert diese weiter.

    Deswegen fordern wir die Kreisverwaltung auf, ihre Entscheidung zeitnah zu überdenken und im Sinne des Schutzes der Tagepflegepersonen zu korrigieren.