Finow

  • „Webers Ablage“ - das ist die Kurzbezeichnung für ein kleines Pflegeheim für alte und kranke Menschen. Das Heim ist in einer verkehrsgünstig gelegenen, sanierten Villa am Finowkanal im Stadtteil Finow untergebracht. Es ist beliebt, die ca. 20 Heimbewohner fühlen sich wohl. Sie werden gut betreut.

    Nun haben Behörden festgestellt, dass die Ausstattung des Heims nicht alle neuesten Standards erfüllt. Es gibt z.B. auch Zweibettzimmer und nicht zu jedem Zimmer gibt es eigenen Sanitärteil. Zudem fehlt ein Aufzug. Es muss also gebaut werden, um den Standards gerecht zu werden. Das soll etwa 1 Million Euro kosten. Die will der Landkreis - Eigentümer und Betreiber des Heims - nicht aufbringen und deshalb das Heim privatisieren. Es gab drei Bewerber. Den Zuschlag erhielt die Firmengruppe Burchard Führer, die bereits ein Heim in Panketal betreibt. Erklärtes Ziel sind bessere Bedingungen für die Heimbewohner und für das Pflegepersonal und Kosteneinsparungen - Investitionen und Personalkosten - beim Kreis.

    Noch bevor das Heim auf den neuen Eigentümer und Betreiber übergegangen ist - das soll nun am 01.09.2012 sein - stellt sich folgendes heraus: Den Pflegekräften wurden neue Arbeitsverträge angeboten, die sie wesentlich schlechter stellen als bisher. Alle sind sich einig, keiner bleibt. Herr Führer will offenbar das Heim mit schlechter entlohnten Kräften betreiben, die er nun neu einstellen muss. Einen Betriebsübergang nach § 613a BGB lehnt Herr Führer ab.

  • Mit einem klaren Bekenntnis zu sozialer Gerechtigkeit und Ehrlichkeitim Umgang mit Angestellten wendet sich unser Kreistagsabgeordneter Johannes Madeja zusammen mit dem fraktionslosen Mandatsträger Albrecht Triller (Bündnis für ein demokratisches Eberswalde) an die Öffentlichkeit.

    Im vergangenen Jahr beschloss der Kreistag Barnim nach intensiver Debatte den Trägerwechsel im Altenpflegeheim Webers Ablage in Finow. Die kreisliche Einrichtung wurde in private Hände überführt. Madeja und Triller gehörten schon damals zu den mahnenden Kritikern und hakten immer wieder nach, welche Auswirkungen dies auf die Belegschaft habe. Der Landrat mitsamt den ihn tragenden Parteien beschwichtigten die kritischen Nachfrager immer und immer wieder, dass allen Mitarbeitern eine Weiterbeschäftigungsgarantie gegeben werde. In der Beschlussbegründung hieß es, dass all jene, die nicht vom neuen Träger übernommen würden, eine Stelle in der Kernverwaltung des Landkreises bekämen.

    Versprochen – gebrochen. Im Falle der Mitarbeiterin Kerstin G. stellt sich nämlich heraus, dass Landrat Ihrke seine Zusage nicht einhielt. Sie erhielt kurz nach Trägerwechsel eine Kündigung vom Landkreis und kämpft nun gegen die Verwaltung vor dem Arbeitsgericht. Der Landrat gibt wichtige Informationen zum Vorfall auch gegenüber dem Kreistag nur zögerlich oder gar nicht bekannt.