Ab 2027 sollen im nächsten Nahverkehrsplan des Landkreises Barnim wichtige regionale Mobilitätsbedarfe verbindlich berücksichtigt werden. BVB / FREIE WÄHLER hat dazu einen entsprechenden Antrag für die kommende Kreistagssitzung eingereicht. Darin wird gefordert, konkrete Verbesserungen bei der Busanbindung in verschiedenen Teilen des Landkreises in die Planungen aufzunehmen.
Im Mittelpunkt stehen zwei seit Jahren diskutierte Anliegen: Die bessere Anbindung der Bernauer Ortsteile und die Einrichtung einer bedarfsgerechten Busverbindung zwischen Groß Schönebeck und Eberswalde.
Für die Ortsteile der Stadt Bernau wird eine Verbesserung und Verdichtung der Taktung gefordert. Dazu gehören insbesondere zusätzliche Spätverbindungen, die bereits von der Stadtverordnetenversammlung Bernau beschlossen und eingefordert wurden. Besonders berücksichtigt werden sollen die gestiegenen Mobilitätsbedürfnisse im Ortsteil Ladeburg, dessen Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren weiter zugenommen hat.
Darüber hinaus soll endlich eine bedarfsgerechte Buslinie zwischen Groß Schönebeck und Eberswalde eingerichtet werden. Vorgesehen sind mindestens sieben tägliche Fahrten im Zweistundentakt, die auf die Anschlüsse der RB27 (Heidekrautbahn) abgestimmt sind. Die Verbindung soll unter anderem das Fachmarktzentrum Finowfurt, die Fritz-Weineck-Straße in Eberswalde sowie das Werner-Forßmann-Klinikum erschließen.
Die Forderung knüpft an langjährige Beschlüsse und Initiativen der Gemeinde Schorfheide an. Trotz entsprechender Beschlüsse der Gemeindevertretung wurde bislang keine Verbesserung umgesetzt. Gleichzeitig werden in Groß Schönebeck weiterhin nicht die im Regionalplan formulierten Anforderungen an die regelmäßige ÖPNV-Anbindung eines grundfunktionalen Schwerpunkts an ein Mittelzentrum erfüllt.
„Ein attraktiver Nahverkehr entsteht nicht durch einzelne zusätzliche Fahrten, sondern durch ein funktionierendes Gesamtsystem. Wer zwar mit dem Bus ans Ziel kommt, aber abends keine verlässliche Rückfahrmöglichkeit hat, wird den öffentlichen Nahverkehr im Alltag oft gar nicht erst in Betracht ziehen. Deshalb müssen Fahrpläne so gestaltet werden, dass sie den Menschen echte Mobilität ermöglichen – vom Hinweg bis zur Rückfahrt. Nur mit verlässlichen und gut aufeinander abgestimmten Verbindungen können wir mehr Bürgerinnen und Bürger für Bus und Bahn gewinnen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende von BVB / FREIE WÄHLER, Péter Vida.
„Mobilität darf nicht vom Wohnort abhängen. Wer in den Ortsteilen von Bernau, in Groß Schönebeck oder in anderen Regionen des Barnim lebt, hat denselben Anspruch auf eine verlässliche und alltagstaugliche Busanbindung wie die Menschen in den größeren Städten“, ergänzt Sven Weller, Sachkundiger Einwohner im Kreis und Gemeindevertreter für Freie Wähler Schorfheide.
Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen sollen sowohl die Verkehrswende als auch die Mobilität im ländlichen Raum gestärkt werden. Gleichzeitig würden wichtige soziale Einrichtungen, Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten sowie Freizeitangebote für deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger erreichbar werden.
BVB / FREIE WÄHLER fordert deshalb, die genannten regionalen Bedarfe verbindlich in den Nahverkehrsplan ab 2027 aufzunehmen. Damit würde ein wichtiger Schritt für eine bessere und gerechtere Mobilität im gesamten Barnim gemacht.